Verstärkung für den Gefährten

Neues Mobilitätskonzept mit Anhänger und Roller

Vor zwei Jahren schauten wir in Südfrankreich jedesmal ein wenig neidisch, wenn unsere Nachbarn mit ihrer Vespa vom Campingplatz aus die Region erkundeten. Unser Aktionsradius zu Fuß oder mit dem Fahrrad war doch vergleichsweise mickrig. Und mit dem Kastenwagen täglich auf Entdeckungsreise zu gehen, ist nun wirklich keine Option. Ein neues Mobilitätskonzept musste her.

Auf der Campingmesse CMT in Stuttgart stach mir ein kleiner Einachs-Anhänger ins Auge, der einen Roller quer zu Fahrtrichtung aufnehmen kann. Zusätzlich lassen sich zwei Fahrräder auf der Deichsel transportieren und das bei einer geringen Gesamtlänge des ganzen Fuhrwerks. Ich habe spontan zugeschlagen und einen Anhänger – mit Messerabatt – geordert. Leider wurde meine Bestellung verschlampt und ich wartete vergeblich auf die Mitteilung eines Abholtermins.

Bei der örtlichen Böckmann-Vertretung haben wir dann rechtzeitig noch eine echte Alternative gefunden. Ein konventioneller Anhänger mit Plane und Spriegel, der auf seiner Ladefläche (210 cm X 135 cm) ausreichend Platz für unseren Fuhrpark bietet.

Trotz der reichhaltigen Zusatzausstattung: 100 km/h Zulassung, Anhängerbremse mit Auflastung auf 1,35 to, ein fest montiertes Ersatzrad, Hubstützen und eine Wippe für die Fixierung des Rollers, blieb der Preis unter dem des Messe-Modells. Zudem lässt sich der kleine Böckmann ohne Umbauten auch für weitere Transportaufgaben nutzen.

In erster Linie soll aber künftig unser „Beiboot“ transportiert werden. Wir hatten uns schon vorher für eine Vespa 300 GTS entschieden (für die man allerdings einen Motorradführerschein braucht). Mit ihren 24 Pferdestärken ist sie ausreichend motorisiert, um zwei Personen das Umland eines Stellplatzes näherzubringen. Tagestouren in einem 100-Kilometer-Radius sind problemlos machbar, denn die Italienerin fühlt sich nicht nur in engen Innenstädten sondern auch auf der Landstraße wohl. Nur die Autobahn macht ihr keinen Spaß.

Das Gesamtpaket (Anhänger und Roller) musste sich im vergangenen Urlaub einem Praxistest unterziehen. Das Zugfahrzeug hat mit der halben Tonne (Anhänger mit Beladung) Zusatzgewicht kein Problem. Motorroller und Fahrräder sind durch die Plane vor Regen und neugierigen Blicken geschützt. Das Be- und Entladen ist etwas aufwändig, weil immer die Fahrräder zuerst runter müssen, auch wenn wir nur die Vespa nutzen wollen. Wenn wir aber mehrere Tage an einem Ort stehen, ist das zu vernachlässigen.

Die Vespa lässt sich über die lange Rampe auch von einer Person auf die Ladefläche wuchten und fixiert sich selbst in der Wippe. Das Verzurren mit unseren acht Meter langen Gurten ist etwas mühsam. Die Ratschen muss man gut polstern, damit sie den Lack des Rollers nicht zerkratzen. Bei den Fahrrädern müssen Vorderräder und Lenker demontiert werden, damit sie nebenan noch Platz finden. Mit dem Innenraumträger von Bikeinside lassen sie sich dann zuverlässig fixieren. Helme, Jacken, Handschuhe und anderes Zubehör finden nun in einer Alukiste Platz, die an der Innenseite der vorderen Bordwand befestigt ist.

Das große Manko des kleinen Böckmann ist das Rückwärtsfahren. Der schmale Hänger ist im Rückspiegel erst dann zu sehen, wenn er bereits ziemlich schräg steht. Vorher muss man erahnen, was er gerade so tut. Das ist aber in der Regel kein Problem, weil sich der beladene Hänger auch mit reiner Muskelkraft, selbst bei etwas abschüssigem Gelände, leicht rangieren lässt.

Fazit: Unser neues Mobilitätskonzept ist ein voller Erfolg. Wir können nun länger an einem schönen Ort verweilen und dennoch auch die weitere Umgebung ausgiebig erkunden. Die Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit ist für uns ohne Belang, da wir auch ohne Anhänger nicht viel schneller gefahren sind. Der Spritverbrauch ist nur unwesentlich (0,5 l/ 100 km) gestiegen. Und – bei unseren Ausfahrten haben wir gelegentlich neidische Blicke registriert.

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