Im Rotwein-Ländle

Ein Ausflug in Deutschlands größte Rotweinlandschaft

Der Mensch vergisst die Sorgen aus dem Geiste, der Frühling aber blüht, und prächtig ist das meiste,

So beginnt Friedrich Hölderlin (1770 – 1843) eines seiner Frühlingsgedichte. Ob der Dichter dabei seine Heimat, das Zabergäu, im Blick hatte, ist nicht überliefert.

Wir wollen das erste schöne Wochenende in diesem Jahr als Auftakt zur diesjährigen Reisemobilsaison nutzen und die „Schwäbische Toskana“ besuchen.

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„Robinson-Feeling“ an der Silberküste

Die endlosen Sandstrände an der französischen Côte d´Argent

Gibt es in unseren Breiten noch menschenleere Küsten? Strände, an denen kilometerlange Spaziergänge ein Genuss sind, ohne den sonst üblichen Slalom zwischen Sandburgen und Liegestühlen. Wo sich die Sinne nur an der salzigen Luft, dem Rauschen der Meeresbrandung und dem fernen Horizont ausrichten können. Wo nur eine Muschel, ein Stück Treibholz oder eine flüchtende Krabbe um Aufmerksamkeit buhlt. Gibt es all das in erfahrbarer Nähe oder lässt sich dieser Traum nur noch auf fernen Kontinenten realisieren? Eher skeptisch als zuversichtlich machen wir uns auf die Suche.

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Von großen Katzen und einem weißen Ort

Mit dem Camper durch Namibia, 3. Teil

Entlang der namibischen Atlantikküste zeugen hunderte Schiffswracks von Havarien, die undurchdringlicher Nebel, starke Strömungen und tückische Untiefen verursacht haben. Das bislang jüngste Opfer, der japanische Fischtrawler „Fukuseki“, strandete erst im März 2018. In der Vergangenheit waren viele der Schiffbrüchigen, die es noch bis an das rettende Ufer geschafft hatten, in diesem lebensfeindlichen Küstenabschnitt dennoch dem Tod geweiht. Heute sind die Überlebenschancen ungleich besser, aber ganz ohne Risiko ist die Fahrt entlang der Skelettküste immer noch nicht. In der völlig vegetationslosen Einöde ist es sehr einsam. Bei einer Panne muss man lange auf Hilfe warten.

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Im Tal der Nüsse

Mit dem Camper entlang der Dordogne

Perigord, Dordogne, Auvergne, Zentralmassiv – all diese klangvollen Namen waren mir wohl bekannt. Weit weniger wusste ich über deren räumliche Lage oder politische Zuordnung. Ein kleiner geografischer Exkurs hilft bei der Orientierung.

Ziemlich in der Mitte Frankreichs liegt die ehemalige Region Auvergne (heute Auvergne-Rhône-Alpes) mit den alles überragenden Gipfeln des vulkanischen Zentralmassiv. Fans der Comic-Helden „Asterix und Obelix“ dürfte die Region bekannt sein, hat doch hier der berühmte Gallier-Fürst Vercingetorix auf dem Schlachtfeld von Gergovia (bei Clermont-Ferrand), den römischen Eroberern unter Gajus Julius Cäsars, erfolgreich Widerstand geleistet. Zahlreiche Flüsse graben sich unterhalb der Vulkane ans Tageslicht. Der Prominenteste unter ihnen ist sicherlich die Loire, die sich von hier aus auf ihre lange Reise in Richtung Norden macht. Wir hingegen begleiten die kleinere Dordogne auf windungsreichen 500 Kilometern durch schroffe Gebirge, liebliche Landschaften und vorbei an mittelalterlichen Städtchen, bis zu ihrer Mündung nahe Bordeaux.

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Weit weg von Ballermann & Co

Auf dem Trockenmauer-Weg durch die Serra Tramuntana

Im Flugzeug nach Palma de Mallorca sitze ich eingeklemmt zwischen all denen, die offensichtlich nur zum „Party-Machen“ die spanische Mittelmeerinsel besuchen wollen. Sämtliche klischeehaften Vorstellungen scheinen sich zu bewahrheiten und so bleibe ich skeptisch, dass es so etwas wie eine ruhige und besinnliche Seite der größten Baleareninsel überhaupt geben kann. Aber schon bald, nachdem sich die sechs- und vierspurigen Magistralen der Inselhauptstadt zu kleinen Landstraßen verjüngen, wächst die Hoffnung darauf, die andere Seite Mallorcas kennenzulernen.

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Unternehmen Reißverschluss

Mit dem Fahrrad entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze

Teil 1:  Von der Ostsee bis zum Harz

Als Kind des „Kalten Krieges“ bin ich mit dieser menschenverachtenden Grenze aufgewachsen. „Antikapitalistischer Schutzwall“ wurde sie drüben genannt. Hierzulande wurde die Bezeichnung „Eiserner Vorhang“ geprägt. Egal unter welchem Namen, diese Grenze trennte Ost und West, Kapitalismus und Sozialismus, NATO und Warschauer Pakt. Aber in erster Linie teilte sie ein Land, trennte Landsleute und Familien. Was hinter der Grenze war, das kannte ich nur von der Transitstrecke nach Berlin oder aus Presse und Erzählung. Aber ich will ehrlich sein. Auch nach der „Wende“ habe ich meine Ressentiments und Vorurteile weiter gepflegt. So zum Beispiel das Bild, der den Osten Deutschlands dominierenden Plattenbauten und das der mausgrauen Häuserfassaden. Wartburg, Multicar und Simson beherrschen angeblich das Verkehrsgeschehen und die Mehrheit der Frauen soll auf den Namen Mandy hören. Fast dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung habe ich mich nun auf den Weg gemacht, diesen Riss zu schließen.

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Apfelkuchen in der Wüste

Mit dem Camper durch Namibia, 2. Teil

Mit einem normalen Auto hätten wir jetzt ein Problem. Der Tank ist leer und in Lüderitz gibt es seit Tagen keinen Sprit. Bis zur nächsten Tankstelle in Aus sind es 130 Kilometer. Für uns ist das aber überhaupt kein Problem. Wir schalten auf den zweiten Tank um und haben damit weitere 8o Liter zur Verfügung. Mit dieser beruhigenden Reserve wagen wir uns wieder in die Wüste. Bevor uns die selbstgewählte Route ab Aus wieder nordwärts führt und wir der Zivilisation erneut den Rücken kehren, füllen wir an der einzigen Tankstelle weit und breit, alle Kraftstoffbehälter bis zum Rand voll. Unsere Absicht ist es, für die kommenden Tage in die rostrote Einsamkeit der Tirasberge einzutauchen.

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