Mein Weg

Zu Fuß und mit dem Fahrrad auf dem Jakobswegein Tagebuch

Teil 1: Über die Pyrenäen, durch Navarra und Rioja bis nach Burgos

Noch etwas unschlüssig stehe ich im Pilgerbüro von Saint-Jean-Pied-de-Port. In der Warteschlange schiebt mich eine Gruppe Koreaner unaufhaltsam vorwärts. Will ich mir das wirklich antun? Achthundert Kilometer zu Fuß und mit dem Fahrrad, quer durch Nordspanien, bis zum Pilgermekka in Santiago de Compostela. Gleich zu Beginn des „Camino Frances“ geht es bereits richtig zur Sache. Die 1.400 Höhenmeter der Pyrenäen-Etappe filtern gnadenlos diejenigen aus, denen es nicht wirklich ernst ist. Aber auch danach will der 1000-jährige Weg nicht mit dir kuscheln. „Auf dem Jakobsweg wird jeder einmal weinen“, heißt es. Zur Vorbereitung habe ich viel über den Weg und das Pilgern gelesen. Eigentlich fühle ich mich gut vorbereitet und körperlich ausreichend fit. Und dennoch habe ich ein mulmiges Gefühl. „Votre Nationalité?“ – Die Frage nach meiner Herkunft holt mich zurück in die Realität des Pilgerbüros. Wenig später drücke ich eigenhändig den ersten Stempel in meinen „Credencial“. Der Pilgerpass wird die Stationen meiner Reise dokumentieren und er berechtigt zur kostengünstigen Übernachtung in den Herbergen entlang des Jakobswegs. Jetzt gibt es wohl kein Zurück mehr.

Vermutlich wird die Frage aufkommen, welches „Mobilitätskonzept“ ich für meine Pilgerschaft gewählt habe. Nun, meine Idee ist, die einzelnen Etappen an meinem Reisemobil zu beginnen und auch wieder dorthin zurückzukehren. Ausgehend von der üblichen einfachen Wegstrecke von 20 bis 30 Kilometer wäre das mit dem  Fahrrad gut zu bewältigen. Als Wanderpilger müsste ich für den Rückweg Bus oder Bahn nutzen. Das ist der Plan. Ob´s funktioniert wird sich zeigen.

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