Untergegangene Dörfer

Dritte Etappe einer Deutschland-Umrundung

Der Beginn der diesjährigen Etappe ist vielversprechend. Anders als im Jahr zuvor, als mich sintflutartige Regenfälle in Salzburg zum Abbruch der Tour gezwungen haben, wölbt sich nun ein wolkenloser Himmel über der Mozart-Stadt. Eine wesentliche Änderung der Tour-Modalitäten ist, dass ich dieses Mal versuchen werde, mein Reisemobil als wetterunabhängige Basis in das Projekt einzubinden. Ich muss dann zwar immer an den Startpunkt der Tages-Etappen zurückkehren, habe aber ein sicheres Quartier und – weniger Gepäck.

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Wasserwege

Zweite Etappe einer Deutschland-Umrundung

Es beginnt, wo es zuletzt endete. Die Erfahrungen aus der vorangegangenen Episode sind umgesetzt. Beim Gepäck wurde Gewicht eingespart, Mensch und rollendes Material sind in technisch einwandfreiem Zustand. Auch diesmal ist der Weg das Ziel. Es gibt keine Vorgaben nur eine Richtung. Ich bin richtig gespannt auf mein diesjähriges Abenteuer, denn auf mich wartet so etwas wie die Königsetappe – die Südgrenze mit den Alpen. Wie weit ich wohl heuer kommen werde?

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Myriametersteine

Erste Etappe einer Deutschland-Umrundung

Auf beiden Rheinufern sind sie ständige Wegbegleiter – die historischen Myriametersteine aus dem vorletzten Jahrhundert. Alle 10.000 Meter markieren sie die Entfernung zum Ausgangspunkt in Basel und zum Endpunkt in Rotterdam. Im Augenblick stehe ich vor dem Stein mit der römischen Ziffer 9 (IX) und erfahre, dass es noch neunzig Kilometer bis Basel sind. Die 730 Kilometer bis Rotterdam sind für mich augenblicklich ohne Belang, denn ich bin rheinaufwärts unterwegs, in Richtung der Schweizer Grenze.

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Das Grüne Rauschen

Durch die mystischen Wälder im Nationalpark Sumava

Ich lausche angestrengt, wende den Kopf und lausche erneut. Nein, da ist wirklich nichts. Nicht ein einziges Geräusch, das mit Zivilisation in Verbindung gebracht werden könnte. Nur dieses fast monumentale Rauschen ist zu hören. Der Wind, der aus allen Richtungen zu kommen scheint, verfängt sich in den hohen Bäumen und fordert sie zu einem lasziven Tanz. Das Auge sucht Halt in einem Meer aus Grün, dessen Schattierungen sich mit dem wechselnden Licht immer wieder verändern. Ein Gefühl der Abgeschiedenheit stellt sich ein, das fast ein wenig beängstigend ist.

Kaum zu glauben, dass ich mir nur vier Tage zuvor im Passauer Hauptbahnhof meinen Weg durch Massen von Fahrradtouristen bahnen musste. Durch einen infernalischen Straßenverkehr und vorbei an zahlreichen Flusskreuzfahrtschiffen, die, einer Invasionsflotte gleich, auf ihren Einsatz warteten, suchte ich den Einstieg in den wohl am meisten befahrenen Fernradweg Europas, den Donau-Radweg. Meine Absicht war es jedoch nicht, den längsten Strom Europas auf seinem Weg in Richtung Wien, Bratislava oder Budapest zu begleiten. Ich wollte das für den Radwanderer hierzulande noch weitgehend Unbekannte entdecken. Mein Ziel war der Nationalpark Sumava im tschechischen Böhmerwald.

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