Wasserwege

Zweite Etappe einer Deutschland-Umrundung

Es beginnt, wo es zuletzt endete. Die Erfahrungen aus der vorangegangenen Episode sind umgesetzt. Beim Gepäck wurde Gewicht eingespart, Mensch und rollendes Material sind in technisch einwandfreiem Zustand. Auch diesmal ist der Weg das Ziel. Es gibt keine Vorgaben nur eine Richtung. Ich bin richtig gespannt auf mein diesjähriges Abenteuer, denn auf mich wartet so etwas wie die Königsetappe – die Südgrenze mit den Alpen. Wie weit ich wohl heuer kommen werde?

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Das felsige Ende Frankreichs

Erste Reisemobilerfahrung in der Bretagne

Wie war das noch gleich? Dreht man das Absperrventil an den Gasflaschen nach links oder nach rechts, um es zu öffnen? Die Einweisung des Reisemobil-Vermieters war ja wirklich umfassend, aber kein durchschnittlich begabter Mensch kann diese Informationsflut vollständig und dauerhaft verarbeiten. Ein Blick in die Bedienungsanleitung verschafft Klarheit – nach links.

Wir haben uns für eine Bretagne-Rundfahrt ein Reisemobil gemietet. Viele Bekannte haben uns mit leuchtenden Augen von dieser Art des Reisens vorgeschwärmt. Man sei so unabhängig, könne spontan entscheiden zu bleiben oder weiterzufahren, hätte immer alles Notwendige dabei und müsse deshalb nicht täglich Koffer packen. Darüber hinaus spare man jede Menge Übernachtungskosten. Gepriesen werden immer nur die mannigfaltigen Vorzüge. Nachteile scheint es nicht zu geben. Jetzt wollen wir uns selbst ein Bild von dieser Reisefreiheit machen und die Bretagne scheint uns das geeignete Revier dafür.

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Myriametersteine

Erste Etappe einer Deutschland-Umrundung

Auf beiden Rheinufern sind sie ständige Wegbegleiter – die historischen Myriametersteine aus dem vorletzten Jahrhundert. Alle 10.000 Meter markieren sie die Entfernung zum Ausgangspunkt in Basel und zum Endpunkt in Rotterdam. Im Augenblick stehe ich vor dem Stein mit der römischen Ziffer 9 (IX) und erfahre, dass es noch neunzig Kilometer bis Basel sind. Die 730 Kilometer bis Rotterdam sind für mich augenblicklich ohne Belang, denn ich bin rheinaufwärts unterwegs, in Richtung der Schweizer Grenze.

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Das Grüne Rauschen

Durch die mystischen Wälder im Nationalpark Sumava

Ich lausche angestrengt, wende den Kopf und lausche erneut. Nein, da ist wirklich nichts. Nicht ein einziges Geräusch, das mit Zivilisation in Verbindung gebracht werden könnte. Nur dieses fast monumentale Rauschen ist zu hören. Der Wind, der aus allen Richtungen zu kommen scheint, verfängt sich in den hohen Bäumen und fordert sie zu einem lasziven Tanz. Das Auge sucht Halt in einem Meer aus Grün, dessen Schattierungen sich mit dem wechselnden Licht immer wieder verändern. Ein Gefühl der Abgeschiedenheit stellt sich ein, das fast ein wenig beängstigend ist.

Kaum zu glauben, dass ich mir nur vier Tage zuvor im Passauer Hauptbahnhof meinen Weg durch Massen von Fahrradtouristen bahnen musste. Durch einen infernalischen Straßenverkehr und vorbei an zahlreichen Flusskreuzfahrtschiffen, die, einer Invasionsflotte gleich, auf ihren Einsatz warteten, suchte ich den Einstieg in den wohl am meisten befahrenen Fernradweg Europas, den Donau-Radweg. Meine Absicht war es jedoch nicht, den längsten Strom Europas auf seinem Weg in Richtung Wien, Bratislava oder Budapest zu begleiten. Ich wollte das für den Radwanderer hierzulande noch weitgehend Unbekannte entdecken. Mein Ziel war der Nationalpark Sumava im tschechischen Böhmerwald.

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