Das Grüne Rauschen

Durch die mystischen Wälder im Nationalpark Sumava

Ich lausche angestrengt, wende den Kopf und lausche erneut. Nein, da ist wirklich nichts. Nicht ein einziges Geräusch, das mit Zivilisation in Verbindung gebracht werden könnte. Nur dieses fast monumentale Rauschen ist zu hören. Der Wind, der aus allen Richtungen zu kommen scheint, verfängt sich in den hohen Bäumen und fordert sie zu einem lasziven Tanz. Das Auge sucht Halt in einem Meer aus Grün, dessen Schattierungen sich mit dem wechselnden Licht immer wieder verändern. Ein Gefühl der Abgeschiedenheit stellt sich ein, das fast ein wenig beängstigend ist.

Kaum zu glauben, dass ich mir nur vier Tage zuvor im Passauer Hauptbahnhof meinen Weg durch Massen von Fahrradtouristen bahnen musste. Durch einen infernalischen Straßenverkehr und vorbei an zahlreichen Flusskreuzfahrtschiffen, die, einer Invasionsflotte gleich, auf ihren Einsatz warteten, suchte ich den Einstieg in den wohl am meisten befahrenen Fernradweg Europas, den Donau-Radweg. Meine Absicht war es jedoch nicht, den längsten Strom Europas auf seinem Weg in Richtung Wien, Bratislava oder Budapest zu begleiten. Ich wollte das für den Radwanderer hierzulande noch weitgehend Unbekannte entdecken. Mein Ziel war der Nationalpark Sumava im tschechischen Böhmerwald.

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