Warum in die Ferne schweifen?
Reisen in kostspieligen Zeiten
Korrekt lautet das bekannte Zitat: „Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!“ Es entstammt dem Gedicht „Erinnerungen“ von Johann Wolfgang von Goethe und scheint uns aufzufordern, den Blick zu senken und den eigenen Wirkungsbereich zu verkleinern.
Es mal wieder soweit. Wie nur wenige Jahre zuvor, ist erneut ein irrsinniger Krieg Auslöser für eine schier endlose Aufwärtsspirale bei den Energiepreisen. Die explodierenden Kosten für Kraftstoffe aller Art und ein Kerosinmangel könnten sich einmal mehr zum Dämpfer für die diesjährigen Reisepläne entwickeln. Ein wenig erinnert das an die Zeit von Corona, als wir – wenn auch aus anderen Gründen – einen stark eingeschränkten Aktionsradius hatten. Auch das fahrende Volk der Wohnmobilisten ist betroffen und leidet – es sei denn, man ist kreativ.
Wir haben uns dazu entschlossen, nicht erst durch halb Europa zu fahren, um wieder halbwegs erschwinglich Diesel bunkern zu können. Vor der Winterpause wurde der 120-Liter-Tank unseres Gefährten zuletzt gefüllt und aus diesem Reservoir soll der frühsommerliche Outdoor-Hunger gestillt werden. Das ehrgeizige Ziel ist, erst wieder an die Zapfsäule zu rollen, wenn die Preise annähernd Vorkriegsniveau erreicht hat. Ob das gelingen kann?
Schon zu Corona-Zeiten hat uns überrascht, wieviele lohnende Ziele es in unserer unmittelbaren Nachbarschaft gibt. Unser Wohnort ist umgeben von reizvollen Landschaften wie, den großen und kleinen Odenwald oder den Kraichgau – das Land der „Tausend Hügel“. Auch wenn wir hier schon öfter unterwegs waren, kennen wir wahrlich noch nicht alles. Die Region hat noch jede Menge Reserven.
Und tatsächlich bereitet es Freude, von den aktuell unerfreulichen Umständen erneut zum Erleben der eigenen Region „gezwungen“ zu werden. Dabei erfahren wir weder Verzicht oder Einschränkung sondern schärfen einmal mehr unseren Blick für das Reizvolle in unmittelbarer Nachbarschaft. Und so schließt auch Goethe sein Gedicht mit der Erkenntnis:“ Lerne nur das Glück ergreifen, denn das Glück ist immer da“.













